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ROYAL REVOLUTION // PHOTOGRAPHY BY FELIX BAUMSTEIGER

Model AMÈLIE/ Dominique Models

Photography FELIX BAUMSTEIGER
Production & Styling ELSPETH JENKINS
Styling Assistant CATHERINE KOSTERS
Make-up & Hair KATLEEN DE MULDER for M.A.C.

Als die Modeklasse der Royal Academy in Antwerpen diesen Juni zu ihrer legendären jährlichen Abschlussshow lud, war material girl dank Reisefieber natürlich vor Ort dabei, um die fast vierstündige Marathon-Werkschau der Superlative zu sehen. Unsere Auswahl der tollsten Talente haben wir an den schönsten Locations der Stadt geshootet: Im 200 Jahre alten botanische Garten Antwerpens sowie dem „Paleis op de Meir“ – einem Mitte des 18. Jahrhunderts erbauten Palast im Stadtzentrum, der einst sogar von Napoleon Bonaparte bewohnt wurde.

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Es sieht ein bisschen nach Jackie O im Manga-Stil aus: Röcke und Kopfschmuck aus handgedrehten
Gummischleifen in Candy-Nuancen, Ballonschnitte aus Bast, Damast und Tweed. Ein bisschen „Where
the Wild things are“-Craziness steckt in den aufwendigen Drachenkopf-Reiterhüten und der bunten
Plateau Footwear – Minju Kim’s Comic Background ist nicht zu verleugnen. Mit der „Be Cover“-Serie bringt die junge H&M Design-Award Gewinnerin aus Korea Liebe zum Detail und farbenfroh-voluminöse Avantgarde in die Modewelt. Kein Wunder, dass H&M-Chefdesignerin Ann-Sofie Johansson ihr Fan ist – wir sind es auch.

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„My collection is about revolution.“ Lise Eerens reflektiert die Emanzipation der Frauen im Nahen Osten. In ihrer Abschlusskollektion „Rhinestone Cowboy“ bricht die 23-Jährige Belgierin mit Kultur- und Gender-Stereotypen und präsentiert eine strassbesetzte Kombo aus Orient und Wild West. Ihre Mannequins
verströmen eine kämpferische Aura à la Jean D’Arc: Knöchellange hochgeschlossene Kleider, Kristall.schlieren auf kontrastreichen Materialien wie Samt und Wolle, Mäntel mit Halbkragen, hüftlange Kopftücher und Tellerhüte mit jugendstilgroßen Hutkrempen im Cowboystil.

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Fasziniert vom menschlichen Körper wollte Pierre Renaux ursprünglich Chirurg werden. Dem leichten Handtremor sei Dank, verschlug es den gebürtigen Franzosen dann aber doch auf die Akademie der Künste in Antwerpen. Laut Pierre, um sich auf schonendere Weise mit dem Körper zu beschäftigen. Zwei Preise heimste seine Abschlussarbeit „Liquidation Totale“ ein: den Momu Award für Ästhetik und den Coccodrillo Award für den kreativsten Schuh. Vintage ist für ihn ein No-go; er unterschreibt vielmehr mit postmodernen Kniffen und formt etwa synthetische Materialien wie Neopren, Hartplastik und Glas zu genialer Asymmetrie.

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Ktschhh. Zuckerbrot und Peitsche gibt es in Felix Boehms Kollektion „Whip“. Da dreht sich alles um das Doppelleben der Frau von heute und ihr Pendeln zwischen multitaskendem Businessroboter und Putz-
engel im trauten Heim. Die Frau als Freebird oder eher Strauß im Aviarium – Boehm kommentiert den Zwiespalt durch feminine Anzüge und pastellene Cocktailkleider mit Bondage-Riemen. Oder er belegt luxuriöse Stoffe mit Silikontropfen im Zuckerglasurstil. Bereits in seiner Vorgängerkollektion „OM Resort“ beschäftigte sich der Essener mit dem Thema. Tag, Nacht und Kleidung eines gelangweilten „trophy wife“
verpackte er da zum Beispiel in seinem eindrucksvollen Kurzfashionfilm „Awesome Boredom“.

 

 

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