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PARIS FASHION WEEK ROUND-UP: DIE ABSTRAKT-EDITION

Zum Schluss machte sich der Fashion-Week-Monat noch einmal ganz frei von konventionellen Silhouetten, Rollenverteilungen – oder der Schwerkraft an sich. Während der Paris Fashion Week dominierten wie gewohnt die großen Modehäuser, aber sie taten es mit Einfallsreichtum und dem Blick auf andere Welten und Formen.

Eine der auffälligsten Kreationen kam dabei von Rei Kawakubo, wortkarge und gleichzeitig bildgewaltige Designerin hinter Comme Des Garçons, die übergroße, blasenfömige weiße Panzer auf dem Laufsteg zeigte, oder wie sie es selbst nannte: “The Future of Silhouette”. In ihrer eigenen Zukunft befindet sich dabei recht unmittelbar ihre große Solo-Ausstellung “Art of the In-Between”, die am 4. Mai im Met-Museum eröffnet wird. Mode gleich Skulptur gleich Ausstellungsstück – wie passend für den Comme Des Garçons Laufsteg und den aktuellen Kontext der Marke.

Ebenso unförmig interpretierte Demna Gvasalia die Geschichte von Balenciaga für die Autumn / Winter 2017 Kollektion des französischen Modehauses. Statt kastige Blazer und von Streetwear inspirierte Stücke setzte er diesmal auch auf aufgeblasene Kleider in überdimensionaler A-Linie oder besetzt mit so einigen Federn, erinnernd an Cristobal Balenciagas eigenes Spiel mit voluminösen Silhouetten, die den Körper der Models ebenso wie bei Rei Kawakubo nur noch erahnen ließen.

Nicht verstecken wollte sich dagegen Vivienne Westwood, lieber präsentierte sie die neue Kollektion der nach ihr benannten Marke direkt selbst auf dem Laufsteg. Während ihr Ehemann Andreas Kronthaler die Stücke designte, reihte sich Westwood zwei mal in die Riege der anderen Models ein und brach mit der Regel, wann man eigentlich vor und wann hinter den Backstage-Vorhang gehört.

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Nicht im Sinne von Kleidung oder Show aber doch im Sinne der um diese kreierten Welt bewegten sich Maria Grazia Chiuri und Karl Lagerfeld für Dior und Chanel auf abstrakten Wegen. Chiuri knüpfte in ihrer zweiten Ready-To-Wear Kollektion für das französische Haus an Christian Diors Interesse für Astrologie und überzog Kleider mit Sternenhimmeln und –bildern. Karl Lagerfeld dagegen brachte das All nicht zu uns, sondern flog seine Models lieber zum Mond. Zumindest fast, simulierte er doch bei der Autumn / Winter 2017 Show von Chanel einen Raketenstart hinter den Models. Einfach mal abhauen – in Anbetracht der globalen gesellschaftlichen Situation, die auch so einige Designer während des letzten Monats in ihren Kollektionen immer wieder thematisierten, vielleicht gar keine so schlechte Idee. Und nach vier Wochen Mode-satt wohl für viele eine willkommene Abwechslung.

Header Image by Lillie Eiger / via Instagram