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OPEN HOUSE PROJECTS: SCHMUCK DURCH DIE AUGEN VON MATISSE

Eigentlich fügen ja wir unseren Schmuckstücken Geschichte und sentimentalen Wert durch Erlebnisse und Erfahrungen hinzu, die sie baumelnd am Ohr oder ganz eng um den Finger mit uns erlebt haben. Wie Schleier legen sich diese neuen Bedeutungsebenen um Metall und Schmucksteine, und machen die sonst so glatte Oberfläche zu einem Raum voller Ecken und Kanten, wie Markierungen auf der Landkarte unserer Erinnerungen. Bei den Schmuckstücken des New Yorker Labels Open House Projects wird diese Persönlichkeit gleich mitgeliefert. Designerin Monika Wyndham formt Wachs und Metall zu Gesichtern und Geschichten, so vielfältig und unregelmäßig wie ihre menschlichen Gegenstücke.

Dabei erinnern vor allem ihre von schmalen Strichen durchzogenen Köpfe im ersten Moment an die filigran gezeichneten Gesichter von Matisse, zerbrechlich und doch voller Ausdruckskraft, wie vielleicht auch der französische Maler seine Ideen auf Metall übertragen hätte. Allgemein würden sich die beiden Kreativen wohl ausgezeichnet verstanden haben, geht es doch jedem von ihnen nicht um detailgetreue Widerspiegelung und Ausführung, sondern das große Ganze, die vermittelten Gefühle, allen voran eine Ruhe und Vertrautheit. Und während wir dem vollendeten Werk des Malers heute vornehmlich im Museum begegnen, steht Wyndham mit dem Open House Projects gerade noch am Anfang: Aus dem Sitz ihres Schmucklabels etwas außerhalb New Yorks soll sich in der Zukunft ein Ziel für gestresste Künstler entwickeln – die wie sie Ruhe bei der Kreation, und vielleicht auch Matisse, finden.

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Von Trisha Balster

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