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EIN ROAD TRIP ZUM PARKA: DOKUMENTARFOTOGRAFIN JACKIE NICKERSON ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES KURZEN MANTELS

Ein Parka muss nicht sexy sein. Er muss Schutz bieten. Eine Verteidigung gegen extreme Kälte, Wasser und eisige Winde – nach diesen Kriterien jedenfalls gestalteten die Inuit ihre erste Outdoorwear. Aus Vogel- und Seehundhaut schnürten und nähten sich die Völker zwischen Grönland, Island und Alaska recht klobige Schneejacken. Als in den 40er Jahren die Winterbekleidung dann Gebrauch für militärische Zwecke findet, werden die archaischen Tierhäute ersetzt durch High-Tech-Stoffe aus Wolle und Wasser abweisenden Naturfasern.

DOUBLE_DREI_WOOLRICH

Nickerson fotografierte schon traditionelles Farmleben in Südafrika. Hier kontrastiert sie die modernen Looks und die alte Fabrikhalle.

Double_Vier_Woolrich

Eine der ersten Fabriken für Wollmanufacturing findet sich in Pennsylvania. Hier gründet John Rich 1830 das Unternehmen, das heute unter dem Namen Woolrich bekannt ist. Als britischer Immigrant ist er begeistert vom amerikanischen Spirit der naturbelassenen Wälder und dem industriellen Zeitgeist. Für örtliche Arbeiter lässt er in seinen Werkstätten wärmende Parkas fertigen, er experimentiert mit Materialien und entwirft Maschinen, die eine schelle und hochwertige Produktion ermöglichen. Heute muss der Parka neuen Ansprüchen gerecht werden. Gleichzeitig modisch und praktisch, cool und schützend sein. Aus der Traditionsbekleidung wird der „Military-Look“ und aus Richs Pionierarbeit eine historische Geschichte.

186 Jahre nach Richs Niederlassung im Osten Amerikas erkundet Woolrich zusammen mit der Dokumentarfotografin Jackie Nickerson für die aktuelle Autumn/ Winter Kampagne die eigene Geschichte und zieht in die alten Fabrikhallen. Noch immer wird hier gefertigt und designt. Noch immer geht es um die Funktionalität des Produkts, die Möglichkeit, mit der klassischen Bekleidung etwas zu erleben und dem Lifestyle zwischen Naturverbundenheit und Urbanität gerecht zu werden. Dafür entwickelt Woolrich seine Klassiker weiter. Mit insgesamt 19 zeitlosen Parka-Modellen startet man in die neue Saison. Dass der Parka immer noch so begehrt ist, liegt zuletzt wohl daran, dass er einen Zweck erfüllt. Mit einem Parka im Schrank ist man auch für die eisigsten Wintertage gerüstet.

Text: Clara Becking