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DESIGNERIN OKSANA ANILIONYTE UND IHRE MODE AUS DEM LABOR

Wenn immer behauptet wird, wir würden uns ganz nach unserer Stimmung kleiden, hat die Nachwuchsdesignerin Oksana Anilionyte dem ein textiles Pendant gegenübergesetzt. Ihre Entwürfe sehen aus, als hätte man Models mit einer bunten Masse übergossen, die dann, um die Haut geschlungen, erstarrt. Kleidung, die dem Körper folgt. Obwohl man die Designs kaum als Kleidung bezeichnen kann. Eher sind es pastellfarbene Panzer, bestehend aus einem Material, das auf Flüssigkeiten basiert und das die Designerin selbst entwickelt hat. Es reagiert auf Körpertemperatur und Gefühle des Trägers, findet so seine Form und gibt all dem, was sich eigentlich unfassbar unter der Haut befindet, plötzlich Haptik und Realität.

 

Das ist Oksana Anilionytes Interpretation des omnipräsenten Schlagworts Kooperation – Mode im Austausch mit Wissenschaft, Material in Beziehung zu Emotionen und Stimmung. Entstanden ist das Interesse der gebürtigen Litauerin für eine mögliche Symbiose dieser oft als so unterschiedlich abgestempelten Felder schon während ihres Modedesign Studiums am Royal College of Art in London. Dort setzte sie sich mit Flüssigkeiten und der Erschaffung neuer Materialien auseinander und arbeitete mit dem MIT Media Lab in Cambridge zusammen, um ihre Visionen schließlich in die Realität zu übertragen. Die so entstandene Kollektion Fluid’Sense ist wie eine scheinbar fließende zweite Haut, die einer möglichen Zukunft der Kleidung eine zwar verschwommene, aber erkennbare Form gibt.

Alle Bilder via Instagram

Von Trisha Balster